Die St. Nikolauskirche in Schüptitz ist eine alte Wehrkirche

Ersterwähnung des Ortes 1345

Der romanische Wehrturm und die Apsis weisen uns in das 12. Jahrundert.

Die innere Gestaltung der Kirche wurde zum größten Teil zu Beginn des 18. Jahrhunderts vorgenommen.

Die Orgel wurde 1852 angeschafft. Eine Gemeinde aus der Gegend von Lobenstein hat sie den Schüptitzern verkauft. Sie hat ein wertvolles Pfeifenwerk, ist jedoch eine pneumatische Orgel, - die Signale vom Spieltisch zu den Orgelpfeifen werden mit Luftdruck durch Bleiröhrchen übertragen. Seit den 50er Jahren des 20. Jahrhunderts ist sie nicht mehr spielbar, da die meisten Ventile defekt sind.

 

Im Turm hängt nur noch eine Glocke. Die Zweite Glocke wurde im ersten Weltkrieg eingeschmolzen. Ihre Nachfolgerin, 1921 gegossen und geweiht, musste im zweiten Weltkrieg wieder aus dem Turm und dem Krieg dienen.

Ihre Inschrift wollte es ganz anders: Dem Himmel dien ich, zum Himmel heb ich das Menschenherz; Das Leben weih ich, die Klänge leih ich zu Freud und Schmerz.

Die noch vorhandene Glocke trägt die Inschrift:

Karl Friedrich Ullrich in Apolda goß mich

Dem Höchsten nur zu Dienst und Lob

Als sich das Deutsche Volk erhob   Anno 1848

AG Schreckenbach A Brecht SCH  IM Oettler IM Taute OV  IG Lauterlein OV 

IG Schmeißer KV  IM Schumann AM

Als 1905 das Turmdach erneuert wurde und statt der Holzschindeln eine Schieferdeckung auf den Turm kam, wurde in den Turmknauf folgende Niederschrift gegeben:

Unsere Hilfe steht im Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.

Im Sommer des Jahres 1905 unter der Regierung Kaiser Wilhelm II. und des Großherzogs Wilhelm Ernst hat die Kirchgemeinde Schüptitz den Turmaufsatz erneuert, mit Schiefer beschlagen und ein neues Fenster in die Ostseite des Turmes einsetzen lassen.

Die Kosten belaufen sich auf 2 100 Mark.

Bauunternehmer war Herr Luis Funke Weida.

In Kürze wird eine neue Orgel beschafft werden. Zur Bestreitung der Kosten ist der Gemeinde eine Landeskollekte zugesichert.

Die Gemeinde Schüptitz besteht zur Zeit aus 21 Häusern mit 127 Einwohnern.

Das Bürgermeisteramt führt der Gutsbesitzer Max Peukert, einen Gemeinderat gibt es noch nicht;

Das Gemeindesteuerkapital beträgt 56 000 RM.

Wir stellen diese Kirche unter Gottes fernern Schutz, wünschen, dass die christliche Gemeinde allezeit ihrem Glauben treu bleibe und der Segen Gottes auf ihr ruhe.